Ratschläge

Pumpen wir die Reifen richtig auf?

Umfangreiche Untersuchungen, die von führenden europäischen Reifenherstellern direkt im Betrieb durchgeführt wurden, haben alarmierende Ergebnisse gebracht. Nicht einmal ein Fünftel (19,8 %) der Fahrer fährt mit richtig aufgepumpten Reifen! 

Ein unzureichender Reifendruck wurde bei fast 60 % der Fahrzeuge ermittelt, ein Überdruck dagegen bei den übrigen 20 %. Wesentlich höhere Risiken bringt der Betrieb mit Reifenunterdruck als der Betrieb mit Reifenüberdruck mit sich, auch wenn dies nicht ausnahmslos gilt. Und wie ist die Situation in Tschechien? Man kann beinahe mit Sicherheit sagen, dass es bestimmt nicht besser als in den hochentwickelten Ländern der Europäischen Union sein wird. Die auf den Straßenverkehr orientierten Polizeiaktionen konzentrieren sich leider gerade nicht auf den Zustand der Reifen, es stehen also keine Statistiken von eventuellen Untersuchungen zur Verfügung.


Die Fahrt auf Unterdruckreifen hat einen negativen Einfluss auf:

Fahreigenschaften

  • Die Wendigkeit des Fahrzeugs ist schwieriger, das Fahrzeug reagiert nicht perfekt auf die Lenkradbewegungen beim Richtungswechsel, es schwimmt.

Sicherheit

  • Die Bremsspur auf dem Unterdruckreifen ist länger. Sie verlängert sich um ca. 4 m.
  • Ist die Wendigkeit des Fahrzeugs aus den oben angeführten Gründen schwieriger, steigt das Risiko einer Kollision während der Fahrt.

Leistung

  • Beim Unterdruckreifen wächst der Rollwiderstand. Das Fahrzeug verliert an Leistung, der Kraftstoffverbrauch steigt.

Lebensdauer

  • Die Fahrt auf Unterdruckreifen verursacht einerseits einen übermäßigen Verschleiß der Seitenteile der Lauffläche, andererseits sinkt auch die allgemeine Verschleißfestigkeit der Reifen und somit die Kilometerleistung.
  • Unterdruckreifen = überlasteter Reifen. Infolge der Überlastung kommt es zur übermäßigen Erwärmung, die zur völligen Zerstörung des Reifens führen kann.

Beständigkeit gegen Beschädigung

  • Falls der Reifen keinen entsprechenden Druck aufweist, erhöht sich das Risiko der Beschädigung des Skeletts wesentlich (z.B. durch Durchschlag), und zwar auch beim Überfahren von sonst problemlos beherrschbaren Hindernissen.

Vorgeschriebener Reifendruck

Die Werte des vorgeschriebenen Reifendrucks werden nicht vom Reifenhersteller, sondern vom Fahrzeughersteller bestimmt – siehe Fahrzeugbrief des Fahrzeugs. Die Angaben ergeben sich aus der Kenntnis der Fahrzeugkonstruktion, der Motorleistung, der Achsenbelastung usw. Es wird empfohlen, diese Werte als Ausgangswerte einzuhalten. Meistens werden für jede Achse zwei Reifendruckwerte angegeben. 

Der niedrigere gilt für den Betrieb des teilbelasteten Fahrzeugs, der höhere für voll mit Personen besetztes oder mit einer Ladung beladenes Fahrzeug. Während die Unterschiede bei der Vorderachse (meistens ständig mit Motor belastet) kleiner, im Bereich von 10 – 50 kPa sind, bewegen sie sich bei der Hinterachse im Bereich 50 – 100 kPa! Dieser Tatsache wird sich vor der Ausfahrt eines vollbelasteten Fahrzeugs selten jemand bewusst. In der Praxis kann es passieren, dass sich ein Fahrer, der auf den richtigen Reifendruck achtet (aber auf einen Reifendruck für ein unbelastetes Fahrzeug aufgepumpt hat, weil er meistens allein fährt), auf den Weg aus Ostrava nach Prag begibt und seine Ehefrau sowie einen Freund mit seiner Freundin mit sich nimmt, selbstverständlich mit Gepäck. Während dieser Fahrt weisen die Hinterreifen aufgrund der Belastung einen Unterdruck vom ganzen einen Drittel auf. Aufgrund der Fahrt auf der Autobahn in höherer Geschwindigkeit kommt es zur gefährlichen Erwärmung der Reifen und es steigt das Risiko ihrer irreversiblen Beschädigung, im äußersten Fall sogar der völligen Zerstörung des Reifens. 

Wirtschaftliches Argument für die Einhaltung des richtigen Reifendrucks: Der Unterschied bei der Abnutzung der Reifen für die gleiche Anzahl gefahrener Kilometer beim Fahren mit richtigem Reifendruck oder mit einem Reifenunterdruck von 20 % ist ganz erheblich…..

Ursachen des Druckabfalls

Auch bei neuen Reifen kommt es zur natürlichen Druckabnahme. Der Rückgang beträgt durchschnittlich 50 kPa* pro Jahr. Er wird durch das natürliche Entweichen des Füllmediums (Luft/Stickstoff u.ä.), durch die Bestandteile des Reifens, durch mangelhafte Dichte zwischen dem Reifensockel und der Sitzfläche der Felge oder durch ein undichtes Ventils verursacht. In diesem Fall kann man über einen natürlichen Druckverlust sprechen, unter der Bedingung, dass es sich um einen neuen Reifen handelt, der auf eine neue Felge mit neuem schlauchlosem Ventil montiert wurde. Während des Betriebs kommt es dann zu weiteren Änderungen, die den Druckverlust weiter erhöhen – der Reifengummi wird infolge der Witterungseinflüsse alt, die Reifen bekommen verschiedene mechanische Abschürfungen und Schäden, die Felgen rosten. Auch das Ventil wird oft zur Ursache der allmählichen, aber nicht angemessenen Reifendruckabnahme. Die Druckabnahme wird auch beim Rückgang der Umgebungstemperatur bemerkt. Diese Tatsache wird nicht einmal durch die Verwendung von unterschiedlichen Gasfüllmischungen auf Stickstoffbasis beseitigt, wie es oft präsentiert wird. 

* Die Abschätzungen gehen von den Entwicklungswerkstätten der Reifenhersteller aus.

Druckprüfung

Die Reifenhersteller empfehlen, ungefähr einmal alle vierzehn Tage den Reifendruck zu überprüfen. Die Messung ist grundsätzlich bei kalten Reifen und noch vor dem Fahrtbeginn durchzuführen. Auch die Fahrt zur nächsten Tankstelle, wo sich Kompressoren mit Druckmessern befinden, bedeutet eine Erwärmung des Druckmediums in den Reifen. Aufgrund des Temperaturanstiegs kommt es zur Druckerhöhung und so entspricht der gemessene Wert nicht der Tatsache. Der Unterschied der gemessenen Werte beim üblichen PKW-Reifen kann ca. 30 kPa betragen. Deswegen ist es erforderlich, bei der Prüfung mit warmen Reifen 30 kPa zu den empfohlenen Werten dazuzuzählen. 

Vergessen Sie bei der Druckprüfung das Reserverad nicht. Dieses ist in verwendbaren Zustand, also mit ausreichendem Reifendruck zu halten. 

Beachten Sie, dass der perfekt aufgepumpte Reifen den einzelnen Bestandteil darstellt, der den Kontakt zwischen dem Fahrzeug und der Fahrbahn sicherstellt.

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